Presseberichte aus dem Jahr 2026
ZVW Suchergebnisse für „Kulturforum Rudersberg“
Bericht der Schorndorfer Nachrichten vom 28.09.2026
Rudersberg: Vorpremiere in Rudersberg, Premiere in Berlin: Wie war das Kabarett von Ass-Dur?
Von Simone Dorra
Rudersberg. Vor der Rudersberger Gemeindehalle zieht sich am Samstag die Schlange der Besucher die ganze Treppe bis zur Straße hinunter. Sie haben für ihre Tickets 30 Euro bezahlt – weniger als zum Beispiel in der Stuttgarter Liederhalle oder in Berlin. An der Abendkasse, meint Martin Kalus vom Kulturforum Rudersberg, hätten die Tickets 34 Euro gekostet – wenn denn noch welche übrig geblieben wären. Aber die Halle ist mit 450 Plätzen restlos ausverkauft. „Wir hätten noch viel mehr Karten loswerden können“, meint Kalus, „aber dann hätten wir Ärger mit der Feuerwehr gekriegt.“
Grund für den Riesen-Andrang sind zwei Brüder: Dominik und Florian Wagner. Seit 2007 tritt das Duo unter dem Namen „Ass-Dur“ auf, und „Bruderliebe“ ist das achte Programm, das sie auf die Bühne bringen. Ihr Auftritt in Rudersberg ist eine Vorpremiere; die eigentliche Premiere findet am 30. September im Berliner „Tipi am Kanzleramt“ statt. Das Rudersberger Publikum ist also eine Art letztes „Versuchskaninchen“. „Die Gags, die hier nicht funktionieren“, flachst Florian Wagner, „kriegt also sonst keiner mehr zu hören.“
„Wollen Sie uns stalken?“ Tumultartiges Gelächter
Darüber hätte er sich keine Sorgen zu machen brauchen. Das einleitende, humorvolle Filmchen über die Dynamik zwischen Brüdern (und andere familiäre Katastrophen) könnte zwar ein bisschen technisches Nach-Tuning vertragen, weil der Ton zwischendurch immer wieder mal ausfällt, aber das ist und bleibt zum Glück nur eine Kleinigkeit. Die Trumpfkarte der beiden ist ihre musikalische Virtuosität: Florian Wagner spielt Klavier, Dominik Wagner Klavier und Violine, und einmal am Abend, ziemlich lachtränentreibend, Blockflöte.
Ihre musikalischen Schmankerln verbinden sie mit einer Comedy, die das Publikum gezielt mit einbezieht. Da wird schon mal gefragt, wo die Zuschauer denn herkommen. Und als eine Dame angibt, sie wäre aus der Nähe von München angereist und hätte auch noch Tickets für die Auftritte der Brüder in München und Berlin, kommt die Frage: „Wollen Sie uns stalken?“ Tumultartiges Gelächter.
Zaubertricks beherrschen die beiden auch
Die Zuschauer dürfen stellenweise mitsingen und amüsieren sich großartig über ein Medley aus Songs, die von den Geschwistern komponiert wurden. „Thunderstruck“ von AC/DC ist unter anderem genauso dabei wie „I’m so excited“ von den Pointer Sisters und „Jump“ von Eddie und Alex Van Halen.
Zaubertricks beherrschen die beiden übrigens auch. Sei es mit einer einfachen Papptafel, auf der beim Umdrehen plötzlich sämtliche Zahlen eines Würfels auftauchen, oder mit parallelen Würfeltürmen in Röhren, die sich rätselhafterweise trotz aller Versuche, das zu verhindern, perfekt angleichen. Die beiden Musiker spielen gut gelaunt und überaus gekonnt mit einer Loop-Machine herum, durch die sich lauter musikalische Schichten zu einem perfekten Arrangement zusammenbauen lassen, und „zicken“ sich dabei zum Vergnügen des Publikums ständig an – Brüder eben.
Harmonisches Verhältnis, Gabel in den Handrücken gerammt
In der Pause sollen die Besucher eigene Geschwistergeschichten aufschreiben und über einen QR-Code an die Brüder übermitteln. Im zweiten Teil des Programms werden die besten vorgelesen. Den Vogel schießt eine ab, in der ein Besucher berichtet, er hätte ein harmonisches Verhältnis zu seinen Brüdern, aber nichtsdestotrotz einem von ihnen einmal eine Gabel in den Handrücken gerammt. Da waren die Brüder bereits um die dreißig, es war an Heiligabend, und der Bruder, der die Gabel abbekam, ist Pfarrer. Das Publikum bricht vor Lachen zusammen, und die Brüder bekommen Freikarten für einen beliebigen „Ass-Dur“-Auftritt.
Anruf im Jahr 2056 und die Eröffnung von Stuttgart 21
Abschluss des Abends ist der urkomische Versuch, „Asturias“ von Isaac Albeniz vierhändig auf dem Keyboard zu spielen. Klar, dass das schiefgehen muss, weil die beiden sich dabei ständig ins Gehege geraten. Weswegen Dominik Wagner das Keyboard Stück für Stück abbaut und unter schallendem Gelächter entsorgt – bevor die beiden das vertrackte, wunderschöne Stück doch noch in perfekter Harmonie mit Violine und Klavier zu Ende bringen.
Ganz am Ende rufen die Brüder gar per Video-Telefonie 30 Jahre weit in der Zukunft an, im Jahr 2056. Wo sich ihre älteren Versionen gerade für einen Galaauftritt fertigmachen. „Ganz großes Ding“, sagt Zukunfts-Dominik auf der Leinwand, „die Eröffnung von Stuttgart 21 “. Und das wird vom Publikum, begreiflicherweise, mit dem größten Lachanfall des ganzes Abends belohnt.
Bericht der Schorndorfer Nachrichten vom 28.02.2026
Rudersberg: Auf dieses Konzert freut sich der Bürgermeister ganz besonders
Von Mathias Ellwanger
Vom Bürgermeister erhielt das Kulturforum zuletzt Rückendeckung. Bezeichnete er die Kultur doch unlängst als „sozialen Kitt“, an dem man nicht sparen könnte. Auch rührte er bei der ZVW-Veranstaltung vor der Wahl kräftig die Werbetrommel für ein Konzert in Rudersberg, auf das er sich in diesem Jahr ganz besonders freut. Um welches es sich dabei handelt und was ab diesem Samstag (28.02.) darüber hinaus geboten ist – ein Überblick.
Wortkino mit Kästner und Frisch am Samstagabend
Ist die Familie die schlimmste Prüfung, die Gott dem Menschen auferlegt hat? Tolstoi zumindest soll das so gesehen haben. Ob der russische Weltliterat damit recht hatte, muss jeder für sich entscheiden. Mögliche Antworten auf diese Frage gibt es aber am Samstag, 28. Februar in Rudersberg. Dann ist das Stuttgarter „ Wortkino “ nämlich zu Gast. Und zwar in Form von Stefan Österle, der Ehemann und Sohn, Schwiegersohn und Bruder, Schwager und Enkel, außerdem Vater, Großvater und Onkel ist – und daher wohl ziemlich genau wissen müsste, wovon er da spricht. Titel der Veranstaltung: „Einmal lebenslänglich“ Belegen wird er seine Thesen mit Musik und Beiträgen von Max Frisch über Erich Kästner bis Hugo Wiener. Und zwar im Rathaussaal, 19 Uhr.
„Just five“: Akkordeon-Quintett aus Rudersberg
2026 ist das Jahr des Akkordeons. Ein Instrument mit erstaunlichen klanglichen Möglichkeiten. Eines aber, das gemeinhin etwas unterschätzt wird. Wer sich davon überzeugen möchte, was mit fünf Akkordeons alles möglich ist, sollte sich den Abend am Samstag, 21. März, schon mal freihalten. Dann gibt es nämlich „ Just five “ zu erleben. Dabei handelt es sich hier um ein Quintett aus Rudersberg, das sich nun neu formiert hat. Und das als Ensemble im Rathaus klassische Musik vom Barock bis zur Gegenwart aufführen wird. An den Instrumenten: Elke und Paul-Ernst Knötzele, Diana Ascherl, Ernst Schuster sowie Klaus Millerferli. Beginn: 19 Uhr im Rathaussaal.
Frisch restaurierter Flügel bekommt Einweihungskonzert
Der Yamaha-Flügel in der Rudersberger Gemeindehalle hat bereits 26 Jahre auf dem Buckel. Und wird nun, nach einer erfolgreichen Spendenkampagne des Kulturforums, restauriert. Zur Einweihung steht ein Konzert mit Ren Yong Wahl an, Rudersberger Pianist mit indonesischen Wurzeln. Der Wahl-Wieslauftäler wird jedoch nicht alleine auf der Bühne sein, sondern vom Jugendsinfonieorchester Schorndorf (Leitung: Günter Martin Korst) unterstützt. Zu hören gibt es am Sonntag, 12. Juli, ab 17 Uhr, unter anderem Mozart, Mendelssohn-Bartholdy und Filmmusik.
Jürgen Seibold und Raimon Ahrens: Lesungen in der Ölmühle
Bewährt haben sich im vergangenen Jahr die Lesungen an der Ölmühle in Michelau. Im vergangenen Sommer war die Neuauflage der Reihe jedenfalls gut besucht, wie Martin Kalus vom Kulturforum berichtet. Auch 2026 wird, sofern das Wetter mitspielt, mit viel Andrang gerechnet. Zwei Abende sind angesetzt: Am Montag, 3. August werden Bürgermeister Raimon Ahrens und Mitglieder des Kulturforums launige Literatur lesen. Und am Montag, 10. August, ist mit Jürgen Seibold ein echter Krimi-Promi aus der Region eingeladen. Die Lesungen beginnen jeweils um 19 Uhr.
Worauf sich der Rudersberger Schultes besonders freut
Apropos Ahrens: Das vom Bürgermeister Anfang Januar so heftig beworbene Konzert ist am Samstag, 26. September, in der Gemeindehalle. Dann kommen „Ass Dur“ nach Rudersberg. Ein Brüderpaar, das Konzert und Comedy kombiniert – und an dem Abend die Vorpremiere zum neuen Programm „Brüderliebe“ präsentieren wird. Wenn Dominik und Florian Wagner auf der Bühne stehen, kann es mitunter kurios werden. Dann werden schon mal mit vier Händen Klavier und Geige gespielt, wobei einer den Geigenbogen hält, während der andere mit den Fingern die Töne setzt, und beide noch dazu in die Tasten hauen. Lustige Unterhaltung auf hohem musikalischen Niveau ist garantiert. Raimon Ahrens jedenfalls ist von dem Duo begeistert.
Zwei mal Kinderprogramm in Rudersberg
Auch für das ganz junge Publikum ist etwas geboten: Im Rathaus wird es am Montag, 17. August, ein Kindertheater-Programm geben. „Vom dicken, fetten Pfannkuchen“ lautet der Titel, Maren Kaun wird Puppentheater spielen, Beginn: 15 Uhr, das Programm eignet sich für Kinder ab drei Jahren. Am Sonntag, 6. Dezember kommen dann Eleen und Markus Dorner ins Rathaus. „Lotta feiert Weihnachten“ heißt das Stück. Die Wintergeschichten mit Lotta aus der Krachmacherstraße eignen sich für Kinder ab 4 Jahren.
Ehrenamtliche stellen Veranstaltungen auf die Beine
Auf die Beine gestellt werden die Veranstaltung seit vielen Jahren von einer Gruppe ehrenamtlicher Bürger. Und das im Rahmen der Möglichkeiten auch recht erfolgreich. Martin Kalus, der die Arbeit des Kulturforums federführend leitet, hofft, dass auch dieses Jahr wieder viele Besucher zu den Konzerten, Lesungen oder der Theateraufführung kommen. Auch er hat eine Veranstaltung, die ihm besonders am Herzen liegt (siehe Infobox). Dazu gleich mehr. Tickets für alle Veranstaltungen gibt es über die Homepage https://kulturforum-rudersberg.de. Seit diesem Jahr nutzt das Kulturforum einen neuen Anbieter, der auch Paypal-Zahlungen zulässt.
Zwei weitere Termine
Das Rusty Rose Trio kommt am Samstag, 24. Oktober im Rathaus – geboten ist dreistimmiger Gesang mit Gitarren, Ukulelen, Mandolinen und Flöten.
Und mit Joscho Stephan beehrt am Samstag, 5. Dezember , ein Weltgitarrist das Rudersberger Rathaus. Mit dabei: Ramon Rose und Volker Kamp. Geboten sind Latin und Klassik, Pop und Rock. „Das wird ein super Konzert“, verspricht Martin Kalus, der beim Gedanken daran bereits jetzt ins Schwärmen gerät.
